12.08.2019

Rezidivierende depressive Störung: Definition und Beschreibung

Rezidivierende depressive Störung: wiederkehrende Depression

Eine rezidivierende depressive Störung liegt dann vor, wenn eine Depression kein einmaliges Ereignis ist, sondern wiederholt vorkommt. Ein Beispiel für eine rezidivierende depressive Störung ist eine Depression, die immer in bestimmten Jahreszeiten auftritt, etwa die sogenannte Winterdepression.

Im Unterschied zu einer chronischen Depression zeichnet sich eine rezidivierende depressive Störung durch den Wechsel von akuten Krankheitsphasen, sogenannten depressiven Episoden, mit weitgehend beschwerdefreien Phasen aus. Psychiater grenzen eine rezidivierende depressive Störung auch von einer sogenannten bipolaren Störung ab: Bei dieser treten ebenfalls wiederholt depressive Phasen auf, diese wechseln sich jedoch mit euphorischen Stimmungszuständen ab.

Rezidivierende depressive Störung: Vorbeugung ist wichtig

Je nach Schwere wird eine Depression psychotherapeutisch und mit Medikamenten, sogenannten Antidepressiva, behandelt. Während der depressiven Episode sind Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Schuldgefühle typische Symptome. Auch Selbstmordgedanken können auftreten. Ziel der Akuttherapie ist es vor allem, diese Beschwerden zu lindern und einen möglichst normalen Alltag zu ermöglichen.

Eine rezidivierende depressive Störung macht nach der Akutbehandlung oft eine längerfristige Therapie notwendig, um Rückfällen vorzubeugen. Die Patienten lernen dabei, auf ihre psychische Gesundheit zu achten, Warnzeichen für ein Wiederauftreten der Depression rechtzeitig zu deuten und zu erkennen, wann sie therapeutische Hilfe brauchen. Vielen Betroffenen hilft es, einen geregelten Alltagsrhythmus einzuhalten. Auch das Führen eines Tagebuchs kann Menschen mit einer rezidivierenden depressiven Störung dabei unterstützen, Veränderungen ihres seelischen Befindens wahrzunehmen. In manchen Fällen erfordert die rezidivierende depressive Störung eine dauerhafte Medikamenteneinnahme.

Wichtig bei der Behandlung einer rezidivierenden depressiven Störung ist, dass Familie und Freunde den Betroffenen unterstützen. Auch der Austausch mit anderen Menschen mit Depressionen kann hilfreich sein, beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe.

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Ihr Ansprechpartner

Bahman Razaghi

Bahman Razaghi

Chefarzt der Fachklinik für Akutpsychosomatik

MEDICLIN Kliniken Bad Wildungen