12.08.2019

Internetsucht: Definition, Symptome und Behandlung

Internetsucht: online ohne Ausweg

Als Internetsucht (auch Mediensucht, Computerspielsucht) wird eine exzessive und unkontrollierte Nutzung des Internets bezeichnet. Von Internetsucht spricht man dann, wenn Verhaltensweisen einer Abhängigkeitserkrankung auftreten: der Betroffene kann nicht mehr selbst steuern, wieviel Zeit er am Computer, Smartphone oder Tablet verbringt, die Gedanken kreisen nur noch um die digitale Welt und soziale Beziehungen und die psychische Gesundheit leiden darunter. Bei der Internetsucht geht es oft um eine exzessive Nutzung von Onlinespielen, von sozialen Netzwerken wie Facebook und Seiten mit pornografischen Inhalten. Medizinisch wird die Internetsucht als sogenannte Störung der Impulskontrolle eingeordnet und gilt als Persönlichkeitsstörung.

Typische Merkmale einer Internetsucht sind:

  • ein zwanghafter, häufiger Drang, sich ins Internet einzuloggen
  • Rückzug aus dem Sozialleben
  • Kontrollverlust: Selbst wenn der Betroffene es möchte, schafft er es nicht, seinen Internetkonsum einzuschränken
  • Nachlassende Leistungsfähigkeit in der Schule oder bei der Arbeit
  • Reizbarkeit oder Niedergeschlagenheit, wenn der Betroffene nicht online sein kann
  • Verheimlichen oder Herunterspielen, welches Ausmaß die Internetnutzung hat

Häufige körperliche Probleme einer Internetsucht sind Fehlhaltungen, Verwahrlosung, Übergewicht, Schlafstörungen und Kopfschmerzen.

Internetsucht: Behandlung

Häufige Ursachen einer Internetsucht sind der Wunsch, der Realität zu entfliehen und Schwierigkeiten mit der eigenen Identität. Bei der Behandlung einer Internetsucht kommt es, wie bei anderen Suchterkrankungen, darauf an, die zugrundeliegenden Ursachen zu finden und dem Betroffenen Auswege zu eröffnen.

Diagnostiziert wird eine Internetsucht  anhand von Fragebögen. So stellt der Arzt fest, ob typische Symptome (s.o.) vorliegen. Die Störung wird in der Regel psychotherapeutisch behandelt, wobei verhaltenstherapeutische Maßnahmen eine wichtige Rolle spielen: Der Betroffene wird dabei unterstützt, seine Abhängigkeit und problematische Verhaltensmuster zu erkennen und diese zu verändern. Im Rahmen einer Therapie lernt der Patient dann beispielsweise, bestimmte Internetseiten zu meiden und den Internetkonsum schrittweise zu reduzieren. Außerdem wird daran gearbeitet, Alternativen zum Internet zu finden, etwa Kontakte zu Freunden und vernachlässigte Hobbys wieder zu pflegen.

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Ihre Ansprechpartner

Bahman Razaghi

Bahman Razaghi

Chefarzt der Fachklinik für Akutpsychosomatik

MEDICLIN Kliniken Bad Wildungen

Kerstin Rohde-Vogt

Kerstin Rohde-Vogt

Therapieleitung

MEDICLIN Kliniken Bad Wildungen