12.08.2019

Handysucht: Wenn Smartphone und Chats zum Problem werden

Handysucht: zwanghafter Griff zum Smartphone

Handysucht bezeichnet das zwanghafte Verlangen, mit dem Handy zu chatten, online zu sein oder zu telefonieren. (Siehe auch Internetsucht)

Smartphones sind bereits bei Kindern und Jugendlichen allgegenwärtig. Ein permanenter Gebrauch ist verbreitet. Gerade im Teenageralter ist eine übermäßige Nutzung phasenweise durchaus normal. Bei manchen Jugendlichen, aber auch Erwachsenen, treten jedoch Verhaltensweisen auf, die auf eine Abhängigkeit, eine sogenannte Handysucht, hindeuten:

  • wenn der Betroffene seine meiste Zeit dem Handy widmet
  • wenn die Gedanken ständig um das Handy bzw. Chats oder soziale Netzwerke kreisen
  • wenn der Betroffene nicht in der Lage ist, das Handy weniger zu nutzen, auch wenn er das eigentlich möchte
  • Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit, wenn das Handy nicht verfügbar ist

Ständige Erreichbarkeit fördert Handysucht

Viele Kinder und Jugendliche überfordert die ständige Erreichbarkeit und die vielen Nutzungsmöglichkeiten von Smartphones. Die digitale Welt ist auf Schritt und Tritt verfügbar. Experten sehen das Suchtpotenzial von Handys auch darin begründet, dass der Empfang einer Nachricht eine Dopamin-Ausschüttung im Gehirn auslöst. Der Botenstoff verursacht ein Gefühl positiver Erregung.

Auch bei Erwachsenen kann es zu einer Handysucht mit psychischen und psychosomatischen Problemen kommen. Etwa, wenn man aufgrund permanenter beruflicher Erreichbarkeit Arbeits- und Privatleben nicht mehr voneinander abgrenzen kann. Dies erhöht die Stressbelastung und kann auch zu psychischen Krankheiten wie Depressionen und Burn-out-Syndrom führen.

Handysucht: Vorsorge

Um einer Handysucht vorzubeugen, kann es für Erwachsene sinnvoll sein, sich selbst Smartphone freie Zeiten zu verordnen, etwa im Urlaub. Bei Kindern und Jugendlichen kommt den Eltern die Aufgabe zu, ihren Kindern eine verantwortungsvolle Nutzung des Geräts zu vermitteln, um einer Handysucht vorzubeugen. Dazu gehört es, einen vertrauensvollen Umgang mit den Kindern zu bewahren und alternative Aktivitäten anzubieten. Auch klare Regeln und eine konsequente Begrenzung der Handynutzung können bei Kindern sinnvoll sein.

Wenn problematische Verhaltensweisen (s.o.) jedoch auf eine tatsächliche Handysucht hindeuten und man Konflikte und Probleme nicht mehr selbst in den Griff bekommt, sollte man professionelle Hilfe suchen: bei Beratungsstellen, beim Arzt oder Psychotherapeuten.

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Ihre Ansprechpartner

Bahman Razaghi

Bahman Razaghi

Chefarzt der Fachklinik für Akutpsychosomatik

MEDICLIN Kliniken Bad Wildungen

Kerstin Rohde-Vogt

Kerstin Rohde-Vogt

Therapieleitung

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